OmniVision :: Freude am Sehen
 
Glaukom

Diese Erkrankung ist auch unter dem Namen grüner Star bekannt. Ein Glaukom ist definiert als der Untergang von Nervenzellen der Netzhaut, verbunden mit einer Schädigung der Nervenfasern. Die typischen Symptome sind Gesichtsfeldausfälle. Unbehandelt führt ein grüner Star schließlich zur Erblindung.

 

Was ist ein Glaukom?
In Deutschland sind im Laufe ihres Lebens immerhin bis zu 4 % aller Menschen davon betroffen. Allerdings ist eine hohe Dunkelziffer zu vermuten. Weltweit sind bis zu 70 Millionen Menschen erkrankt.

Das Glaukom ist definiert als der Untergang von Nervenzellen der Netzhaut mitsamt ihren Nervenfasern. Die Folge davon sind Gesichtsfeldausfälle. Bei der Entstehung des Schadens können mehrere Faktoren ursächlich sein:

Meist handelt es sich um eine Abflussstörung des Augenkammerwassers. Kann nicht genug Flüssigkeit abfließen, kommt es zum Stau. Der Augeninnendruck steigt an, das Gewebe drückt auf den Sehnerv dessen Fasern dadurch allmählich zugrunde gehen. Die Folge ist eine schleichende Erblindung.

Allerdings gilt nicht immer: ein erhöhter Augeninnendruck = Glaukom! Auch eine gering-fügige Erhöhung innerhalb des „Normaldruckes“ bis 22 mm Hg kann unter Umständen kleine Schäden nach sich ziehen. Beim sogenannten Normaldruckglaukom ist der Augeninnendruck völlig normal, aber die Durchblutung des Augenhintergrundes so sehr gestört, dass der Sehnerv ebenfalls zugrunde geht. Desweiteren gibt es auch das selten angeborene Glaukom.

 

Formen des Glaukoms

  • Die häufigste Glaukomform ist das sogenannte primär chronische Offenwinkelglaukom. Der Augeninnendruck ist hier erhöht (meist zwischen 25 und 40mm Hg), aber der Kammerwinkel, in dem das Kammerwasser abfließt, ist offen.
  • Beim Normal- oder Niederdruckglaukom ist der Augeninnendruck normal, aber durch Störungen der Mikrozirkulation des Auges kommt es zu Schädigungen der Sehnervenfasern.
  • Auf Grund eines engen Kammerwinkels oder durch Verklebungen und Verwachsungen im Kammerwinkel kommt es beim chronischen Winkelblockglaukom zu einer Abflussstörung des Kammerwassers.
  • Liegt ein akutes Winkelblockglaukom (Glaukomanfall) vor, steigt der Augeninnendruck sehr rasch auf massiv erhöhte Werte an. Meist haben die Betroffenen starke Schmerzen, bemerken Schleiersehen und andere Sehstörungen. Auch kann das betroffene Auge gerötet sein. Es handelt sich beim akuten Glaukomanfall um einen Notfall, der sofort adäquat augenärztlich behandelt werden muss, um Schäden am Auge zu vermeiden.
  • Angeborene Glaukome: meist handelt es sich um eine ungenügende Reifung des Kammerwinkels oder des Trabekelmaschenwerks. Dadurch ist der Abfluss des Kammerwassers gestört. Enorm wichtig ist auch hier eine frühzeitige Erkennung und Behandlung, um weitere Schäden an den Augen zu verhindern.

Bei den Sekundärglaukomen lässt sich die Glaukomerkrankung auf eine bestimmte Ursache zurückführen (z. B. Verletzungen, Entzündungen, Tumore, bestimmte Medikamente).

 

Welche Beschwerden kündigen es an?
Meist verspüren die Betroffenen zunächst keinerlei Beschwerden. Erste Sehstörungen sind meist schon ein spätes Alarmsignal. Die allermeisten Glaukome schmerzen nämlich nicht! Entscheidend ist die Beurteilung des Sehnervenkopfes durch einen Augenarzt und nicht die Messung des Augeninnendrucks allein. Kopfschmerzen oder leichte Sehstörungen sind in jedem Fall ein Grund sich augenärztlich durchchecken zu lassen.

 

Vorsorge ist wichtig!
Die freiwillige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt ist eine Maßnahme, die Sie nutzen sollten. Ein Glaukom kann auch bei jüngeren Menschen und nicht erst nach dem 40. Lebensjahr auftreten!

Als weitere Risikofaktoren gelten

  • Familiäre Belastung
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Herz-Kreislauferkrankungen wie z. B. ein Bluthochdruck
  • Kurzsichtigkeit (Myopie)

aber auch Migränepatienten und Menschen mit Schlaf-Apnoe-Syndrom sind überdurchschnittlich häufig betroffen.

 

Die Untersuchung
Bei der augenärztlichen Untersuchung sollten der Augeninnendruck und die Sehschärfe gemessen werden. Eine Beurteilung des Sehnervenkopfes ist essentiell. Zusätzlich kann eine Prüfung des Gesichtsfeldes erfolgen, wenn sich bei den vorhergehenden Untersuchungen Hinweise auf ein Glaukom ergeben haben. Typisch für ein Glaukom ist, dass die zentrale Sehschärfe lange erhalten bleiben kann, obgleich bereits deutliche Gesichtsfeldausfälle direkt neben dem Sehzentrum vorliegen. Diese Ausfälle werden dabei vom Gesichtsfeld des anderen Auges überdeckt. Das wird im täglichen Leben zunächst kaum wahrgenommen und ist daher umso gefährlicher.

Weitere Spezialuntersuchungen wie die Messung der Weite von Arterien und Venen (Gefäßanalyse) des Auges sowie die Fotodokumentation des Sehnerven können sich anschließen.

 

Behandlung: Operation oder Tropfen?
Ziel der Behandlung ist einerseits die Senkung des Augeninnendrucks. Eine Verbesserung der Mikrozirkulation und somit der Durchblutung im Auge sind aber ebenso wichtig.

Im Vordergrund steht bei den verschiedenen Formen des Glaukoms meist die medikamentöse Therapie.

Dabei werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt. Dazu gehören z. B. Augentropfen, die zur Verengung der Pupille führen und so das Kammerwasser wieder besser abfließen lassen. Andere Medikamente (wie z. B. Betablocker) verringern die Bildung des Kammerwassers und reduzieren so den Augeninnendruck. Weitere Wirkstoffe wie die Prostaglandine und Carboanhydrasehemmer und verschiedene Kombinationen erweitern das Therapiespektrum.

In manchen Fällen sind auch eine Operation oder eine Laserbehandlung die Therapie der Wahl. Welche Behandlung für den einzelnen Patienten die optimale ist, kann allerdings nur im Gespräch mit dem Augenarzt geklärt werden.

Wichtig ist aber immer: die Behandlung muss regelmäßig und zuverlässig durchgeführt werden, nur regelmäßiges Tropfen schützt vor Erblindung! Halten Sie sich an die Therapiehinweise Ihres Arztes, und wenden Sie sich bei Problemen und Fragen gleich an den Augenarzt.

 

Was kann ich selbst tun?
Eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung bei der möglichst häufig Radikalenfänger wie Broccoli, Spinat, Tomaten, Tofu und Salat auf den Tisch kommen, ist nicht nur gut für Ihre Augen!

 zum Anfang


© 2006 - OmniVision® AG | Impressum | Kontakt |